Stand der Materie / Neustart 

 

Schon im Herbst 2013 bemerkte ich, dass ich seltener zu Hause war, als dort, wo ich gearbeitet habe. Die Wohnung diente mir mehr als Lager und nur drei, vier mal wöchentlich als Schlafplatz. Zu diesem Zeitpunkt verbrachte ich die meiste Zeit im Tonstudio der Klasse für Transmediale Kunst auf der Universität für angewandte Kunst in Wien. Ich beschloss, die Wohnung aufzugeben, alle meine Sachen an meinen Arbeitsort zu bringen und mich noch intensiver mit dem künstlerischen Leben auseinanderzusetzen.

 

Im Frühjahr 2014, nach einer Ausstellung in Shanghai, begann ich, meine Situation mit einem neuen Gefühl zu betrachten. Der Aufenthalt in China und das Zurückkommen nach Wien war eine gute Gelegenheit, meine Situation zu reflektieren und aus einem neuen Blickwinkel auf meine Arbeit zu schauen. Es war ein Punkt, an dem ich mich fragte, aus welchen Elementen meine Position besteht und in was für eine Richtung sie sich entwickelt.

 

In der darauffolgenden Zeit einer Selbstreflexion kam ich zu der Ansicht, dass einzelne Arbeiten zu produzieren, immer wieder neue Ideen zu entwickeln und künstlerische Produkte herzustellen bis jetzt gut funktioniert hat und ohne Ende funktionieren kann. Ich fing an, meine Arbeitsweise zu hinterfragen und stellte fest, dass ich eine Tendenz hatte, sehr oft aus der Situation und dem Material heraus meine Arbeiten zu entwickeln. Ich würde mich selbst als jemanden bezeichnen, der auf einem Haufen Material sitzt, experimentiert und entsprechend der Situation, Gelegenheit oder Notwendigkeit heraus seine Erfindungen/ Werkzeuge/ Instrumente in Kontext setzt. Ich dachte, dass dies nötig war, um meine aktuelle Position zu erreichen, bekam aber ein Gefühl, dass es mich in eine stärker definierte Richtung zieht. Ich wollte mich nicht mehr in der Position befinden, in der mir die zugänglichen Mittel den Horizont meiner Kreativität vorgeben.

 

Diese Erkenntnis hat mich zu der Schlussfolgerung gebracht, dass es für mich viel spannender ist, die Situation umzudrehen, und eine Position zu kreieren, in der ich so nah wie möglich an eine Definition meines Potentials herankomme. Alles, was ich bis jetzt gemacht habe und alles, was ich besitze, wird zu einer “Ganzheit“ komprimiert. Einen Punkt zu erreichen, in dem ich das materialisierte Extrakt meiner Vergangenheit in den Händen halte, ist zu meinem Ziel geworden.

 

Ich begann mit dem, was schon hier war. Mein ganzer Besitz wurde an einen Ort gebracht und aussortiert. Meine Entscheidungen basierten auf Grundfragen, die sich jeder Mensch stellen kann:

 

Was sind die Sachen, die ich behalten muss? Was sind die Sachen, die ich behalten will? Was sind die Sachen, die ich behalten kann?


In the autumn of 2013 I noticed that I was less at home than my workplace. My apartment served me more as a storage space, I only slept the three or four times weekly. At this time I spent most of my time in the studio of the class for Transmedial art at the University of Applied Arts in Vienna. Eventually, I decided to abandon my apartment, I brought all my things to my workplace and began an even more intensive relationship with my artistic lifestyle.

 

Come spring of 2014, following an exhibition in Shanghai, I began to look at my situation with a new perspective. Visiting China, then coming back to Vienna, was a good opportunity to reflect on my situation and look at my work from a new angle. It was a point where I asked myself what elements my position is made up of, and what kind of direction it is developing in.

 

In the ensuing period of self-reflection, I came to view that my individual work was to create, to constantly develop new ideas and to produce artistic products, which had until now worked well and could work endlessly. I began to question my method of working and soon realized that I had a tendency to develop my work using the setting and material. I would describe myself as someone who sits on a pile of material, experimenting and setting out his inventions/tools/instruments in context according depending on the situation, opportunity or the degree of necessity. I thought this was necessary to reach my current position, but got a feeling that it was drawing me into a more defined direction as an artist. I did not want to be in a position in which my accessible means limit the horizon of my creativity.

 

This realization brought me to the conclusion that it is much more exciting for me to turn the situation around and create a position in which I get as close as possible to realising my potential. Everything I’ve done so far and everything I own is being compressed into a “wholeness”. To reach a point where I hold the materialized extract of my past in my hands has become my goal.

 

I started with what was already existent. My entire property was taken away and sorted out. My decisions were based on basic questions that anyone can ask:

 

What are the things I need to keep? What are the things I would like to keep? What are the things I can keep?

 

 

 

Es hat sich herausgestellt, dass es sich nicht nur um materielle Sachen mit Eigenschaften und Wert handelt, sondern um Gegenstände mit einer Geschichte, die mit einer Erinnerung und automatisch mit einem Gefühl verbunden waren. Das in die Hand nehmen, Nachdenken und Entscheiden, was mit all diesen Elementen geschehen soll, war für mich eine Form der Rekapitulation, in der ich meine Vergangenheit in die Gegenwart umwandle. Zum Schluß stand ich vor einer kompakten Ansammlung an Potentialträgern, die ich zu einem transportablen Wagen zusammengefügt habe. Dazu gehörten auch Informationsträger, die ein Archiv aus Bild-, Klang- und Textinformationen in analoger und digitaler Form bildeten.

 

Das Aussortieren und Strukturieren der Informationen endete mit folgendem Ergebnis:

 

Alle Texte, die ich zwischen den Jahren 2004 und 2014 mit der Hand geschrieben habe, sind von mir durchgelesen worden. Inhalte, die ich behalten wollte, wurden vom Rest separiert und chronologisch in eine Textrolle eingeordnet. Dabei entstand auch eine Ansammlung an Textinformationen, die ich chronologisch nicht zuordnen konnte und als ausgeschnittene Fragmente (Papierschnipsel) extra aufbewahrte. Statische und bewegte Bildinhalte wurden großteils (außer einigen analogen Zeichnungen) in digitaler Form auf Festplatten gespeichert. Der akustische Teil (die gesamte Dokumentation der letzten 22 Jahre) wurde auch in digitaler Form auf einer Festplatte aufbewahrt. In jeder Gruppe gibt es eine Trennung zwischen persönlichen, dokumentarischen und künstlerischen Inhalten.

 

Der ganze Prozess und das Endergebnis wurden in einem Buch “Stand der Materie – Oktober 2014” dokumentiert.

Mein übrig gebliebener Besitz und das Buch selber habe ich einen Monat später in den Räumlichkeiten der Startgalerie/ MUSA in Wien präsentiert.


It turned out that these were not only material things with characteristics and value, but objects with a story that were connected with a memory and automatically with a feeling. Being proactive, thinking and deciding what to do with all these elements, was for me a form of recapitulation, in which I could transform my past into the present. At the end, I was faced with a compact collection of potential that I added together into a portable vehicle. This also included informative potential, which formed an archive of image, sound and textual information in analogue and digital form.

 

The sorting and structuring of the information ended with the following result:

 

I have read all the texts I have written by hand between the years 2004 and 2014. Contents that I wanted to keep were separated from the rest and arranged chronologically into a textscroll. A collection of textual information was also created, which I could not assign chronologically and kept as cut fragments (paper snippets). Static and moving image contents were stored in digital form on hard drives (except for some analogue drawings). The acoustic part (the entire documentation of the last 22 years) was also stored in digital form on a hard disk. In each group there is a separation between personal, documentary and artistic content.

 

The whole process and the final result were documented in a book called “State of Matter-October 2014”.

My remaining property and the book itself I presented a month later in the premises of the Start gallery/MUSA in Vienna.

 

 

 

Am Wachsen – Ready To Switch

 

Schon während dem Prozess des Aussortierens entwickelte ich das Konzept für die Ausstellung. Ich habe mich mit der Bedeutung des Begriffs “Startgalerie“ und der Funktion und Form einer Präsenz in der Öffentlichkeit auseinandergesetzt und beschloss, nicht eine oder mehrere Arbeiten zu entwickeln, sondern meinen ganzen Besitz in dem Raum zu arrangieren und als repräsentatives Feld, das durch den Betrachter gelesen werden kann, zu thematisieren. Es ging mir nicht darum zu zeigen, wie minimalistisch ich lebe, sondern so nah wie möglich an die Definition meiner Position zu kommen und eine Grenze zwischen öffentlich und persönlich zu hinterfragen.

 

Der zweite Punkt war die Auseinandersetzung mit der Funktion des Ausstellungsflyers als repräsentativer Informationsträger und dem Raum, in dem die Ausstellung stattgefunden hat. Ich beschloss beides miteinander zu verbinden, in dem ich den Raumplan der Startgalerie auf einer Seite des DIN A4 großen Flyers abgebildet habe. Damit wurde der Informationsträger in einen Potentialträger transformiert, dem eine zusätzliche Funktion zugeschrieben wurde. Für die Informationsseite sind zwei Fotografien entstanden, die den Ausstellungstitel in sich tragen: “Am Wachsen“ und “Ready To Switch“.


Even during the culling process, I developed the concept for an exhibition. I grappled with the meaning of the term “Start gallery” and the function and form of a public presence and decided not to develop one or more works, but to arrange all my possessions in the room and to address them as a representative field that can be read by the viewer. I did not want to show how minimalistically I live, but to come as close as possible to the definition of my position and to question a boundary between public and personal property.

 

The second point was the discussion between the function of the exhibition flyer as a representative information carrier and the space in which the exhibition took place. I decided to combine both, in which I visiualised the space of the start gallery on one side of the A4 flyer. Thus the carrier of information was transformed into a carrier of potential with an additional function. For the informative page, two photographs were created which carried the exhibition titles: “Growing” and “ready to switch”.

 

 

 

 

Der dritte Punkt meiner Absicht war es, einen Moment zu kreieren, in dem ich gemeinsam mit dem Publikum ein Kollektivbewusstsein erlebe. Aus diesem Gedanken heraus entwickelte ich ein Ritual, bei dem ich durch Ausführung einer Handlung die Aufmerksamkeit der Besucher so lenke, dass außer der Gegenwart in unserem Bewusstsein nichts anderes existiert.

 

Ein Eisenrahmen mit Durchgangsfunktion, der im Eingang der Ausstellung installiert wurde, hatte die Aufgabe, bewusster zu machen, an einem Ritual teilzunehmen. Ab dem Zeitpunkt des Eintretens und Durchquerens des Rahmen, befand man sich nicht nur in den Räumlichkeiten der Startgalerie, sondern ist in einen imaginären Ort eingetreten.


My third point of intention was to create a moment in which I experience collective consciousness together with the audience. From this thought I developed a ritual in which, by executing an action, I drew the attention of the visitors so that nothing but the present existed in our consciousness.

 

An iron frame with a throughfare function installed in the entrance of the exhibition had the task of making it more conscious to participate in the ritual. From the moment of entering and travelling through the frame, one was not only in the premises of the Start gallery, but one had entered into an imaginary place.

 

 

 

 

Beim Durchqueren des Rahmens wurde dem Besucher ein zuvor angefertigter Ausstellungsflyer in die Hand gegeben, der zwei Funktionen in weiterer Handlung erfüllt hat: Die erste Funktion war es, die Identität der einzelnen Teilnehmer zu anonymisieren, um eine Neutralität in der Gruppe zu gewinnen und die Bedeutung des Ortes zu verstärken. Die zweite Funktion war es, die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer zur selben Zeit auf ein Element, das für einen kurzen Augenblick wahrnehmbar war, zu konzentrieren.


While travelling through the frame, the visitor was given a previously assembled exhibition flyer, which had fulfilled two functions: the first function was to anonymize the identity of the individual participants in order to gain a neutrality in the group and to reinforce the importance of the place. The second function was to focus the attention of all of the participants simeltaneously on an element that was perceptible for a brief moment.

 

 

 

Nachdem der Besucher den Rahmen durchquert und das Werkzeug der Handlung (den präparierten Flyer) erhalten hat, musste er sich einen von 100 nummerierten Schlüsselanhängern von der Wand nehmen. Die Nummern waren nicht sichtbar, sie waren nach Zufallsprinzip in einem Raster von 10×10 Stück angeordnet. Sie dienten dazu, den Teilnehmern eine individuelle Bedeutung im weiteren Verlauf der Aktion zuzuschreiben.


After the visitor crossed the frame and received the tool of action (the groomed flyer), they had to take one of 100 numbered key rings from the wall. The numbers were not visible, they were randomly arranged in a grid of 10×10 pieces. They were used to assign an individual meaning to the participants for later use in the action.

 

 

 

Als alle drinnen waren, nahm ich den Eisenrahmen ab. Es gab keine Möglichkeit mehr, aus dem imaginären Raum auszutreten.


When everyone was inside, I removed the iron frame. There was no way to leave the imaginary space.

 

 

 

Danach bin ich auf ein Gerüst gestiegen und blickte durch die im Flyer ausgeschnittenen Löcher hinunter in die Menge. Die Teilnehmer der Aktion folgten meiner Anweisung und schauten durch den Flyer zurück zu mir hinauf.

 

In diesem Augenblick wurde das vor die Gesichter gehaltene Werkzeug zu einem Filter der Wahrnehmung. Ich hatte nur zwei Möglichkeiten, nämlich die gesamte Gruppe als Ganzes zu sehen oder mich mit den Einzelnen automatisch durch den direkten Augenkontakt zu verbinden. Es war ein sehr aufgeladener Moment. Es ist mir klar geworden, dass ich mich gerade in einer Situation befinde, in der ich durch einen Prozess zu einem Ergebnis komme, das mir etwas gibt, das ich bis jetzt noch nicht erlebt habe. Mein Bewusstsein der Anwesenheit meines ganzen Besitzes im Raum hat das Gefühl noch mehr verstärkt. Ich wusste, dass außer dem Hier und Jetzt nichts anderes existiert. Mein Ziel war erreicht.


After that I climbed onto a scaffold and looked through the holes cut into the flyer towards crowd. The participants of the action followed my instruction and looked through their flyers back to me.

 

At that moment, the tool held in front of their faces became a filter of perception. I had only two options, namely to see the whole group as a whole or to connect myself with an individual automatically through direct eye contact. It was a very charged moment. It has become clear to me that I am in a situation in which, through a process, I came to a conclusion that gives me something that I had, so far not experienced. My awareness of the presence of all my possessions in the space heightened the feeling even more. I knew that there was nothing else besides this, here and now. My goal was reached.

 

 

Der Höhepunkt des Rituals wurde fotografisch festgehalten und eine Woche später materialisiert. Es entstand ein Gruppenbild, das in den Eisenrahmen, durch den zuvor alle Teilnehmer gegangen sind, eingesetzt wurde. Ein Objekt, das eine Geschichte in sich trägt, wurde kreiert.


The climax of the ritual was photographically recorded and materialized a week later. A group picture was created, which was used in the iron frame through which all participants had gone. An object that carries a story was created.

 

 

Bei der Finissage am 6. November wurden alle meine Arbeiten und Potentialträger den Nummern auf den Schlüsselanhängern zugeteilt. Jeder, der sich auf dem Gruppenbild befand und somit im Besitz von einem der Schlüsselanhänger war, hat das zugehörige Objekt geschenkt bekommen.


At the Finissage on the 6th of November all my work and potential carriers were assigned to the numbers on the key chains. Everyone who was in the group picture, and was thus in possession of one of the key chains, received their associated object.

 

 

 

 

Bildausschnitte, Holz mit Innenraum, kurvige Holzform, der umgedrehte Raum, Monocell A, 4 Holzelemente mit Schlitzen, Glasplatte mit 5 Löchern, Kuhhaut sch, der Löffel ( Fallenauslösemechanismus ), hölzerne Bohrunterlage mit Aufzeichnung, Metall eingeschlossen in Plastik, 2 Fräßstücke


picture cutouts, wood with interior, curvy wood form, the reversed room, Monocell A, 4 wood elements with slots, glass plate with 5 holes, cow skin sh, spoon (trap trigger mechanism), wooden drilling pad with drawing, metal enclosed in plastic, 2 milling pieces

 

 

Die Sachen zu verschenken und die Übertragung des Wertes auf das Gruppenbild war für mich mit einer Hinterfragung des Potentials der künstlerischen Produkte und der Position des Künstlers verbunden.

 

Nach der Finissage wurden die Sachen, die übrig geblieben sind, in meinem Zimmer installiert. Dort bereitete ich mich auf die kommende Gruppenausstellung in der “Galerie Krinzinger Projekte” vor, die für den nächsten Monat geplant war.


The items given away and the transfer of their value to the group picture connected itself with a questioning of the potential of artistic products and the position of the artist.

 

After the finissage, the things left over were installed in my room. There I prepared for the upcoming group exhibition in the “Galerie Krinzinger Projekte”, which was planned for the following month.

 

 

 

 

All In

In der Gruppenausstellung der Klasse für Transmediale Kunst/ Brigitte Kowanz in der Galerie Krinzinger Projekte in Wien wurde “Das Gruppenbild” mit zwei Büchern “Stand der Materie – Oktober 2014“ und “Stand der Materie – Dezember 2014” präsentiert. Mein restlicher Besitz wurde nach der Dokumentation abtransportiert.


In the class for Transmedial Art/Brigitte Kowanz’s exhibtion in the Galerie Krinzinger Projekte held in Vienna, “the group Picture” along with two books “State of the matter-October 2014” and “State of matter-December 2014” was presented. My remaining property was transported after the documentation.

 

 

Bei der Eröffnung am 10. Dezember 2014 beschrieb ich dem Publikum in einer Performance meine aktuelle Position. Dabei wurden folgende Worte von mir ausgesprochen:

 

ICH SCHWEBE, WEIL ICH SO LEICHT BIN./ DIE GRENZE IST MEIN ZU HAUSE./ ES WIRD NICHT BESSER./

SCHLAF IST KEIN TRAUM./ ALLES GILT ALS WERKZEUG./ MACH, WAS DU WILLST.

 

Mit dem Aussprechen des letzten Wortes wurden mit Hilfe einer Fotografie die Reaktionen der Menschen festgehalten. Danach verteilte ich nummerierte Schlüsselanhänger an die Teilnehmer und sammelte ihre Namen und Kontaktdaten ein. Ein zweites Gruppenbild wurde kreiert.


At the opening on December 10, 2014, I described my current postion to the audience in a performance. The following words were uttered by me:

 

I’M FLOATING, BECAUSE I’M SO LIGHT./ THE BORDER IS MY HOME./ IT WONT GET BETTER./

SLEEP IS NOT A DREAM./ EVERYTHING IS A TOOL./ DO WHAT THOU WILT.

 

With the uttering of the last word, the reactions of the people were recorded with the help of a photograph. After that, I distributed numbered key rings to the participants and collected their names and contact details. A second group picture was created.

 

 

Das Ziel dieser Arbeit war es, einen Gegenpol zu “Gruppenbild 1“ zu schaffen. Auf dem ersten Bild entnahm ich dem Individuum seine Identität und kreierte eine anonyme Gruppe, die für eine Handlung an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt steht. Bei der zweiten Aktion erzeugte ich ein Dokument, das die Identität der Personen (die Zeugen eines bestimmten Ereignisses) in Form ihrer Gesichter, Namen und Kontaktdaten enthüllt. Die visuelle Kommunikation stand bei der ersten Aktion im Vordergrund, bei der Zweiten war das Verbale das Ausdrucksmittel. Da das erste Gruppenbild ein materialisiertes Ergebnis eines Prozesses war, wollte ich bei dem zweiten Gruppenbild ein offenes Potential kreieren, aus dem eine Idee erst entwickelt wird. Etwas, das man als Anker in der Zukunft beschreiben kann. Mich selber und den Teilnehmer in eine Situation zu setzen, in der wir auf eine Realisierung warten, eine Erwartungshaltung entstehen zu lassen und den Anfang eines Prozesses der Selbstbeobachtung einleiten.

 

Mit dieser Arbeit endet das Jahr 2014.


The aim of this work was to create a counterpoint to “group Bild 1”. On the first image, I took the individual’s identity and created an anonymous group, which stands for an action at a certain place at a certain time. In the second image, I created a document that revealed the identity of the people (the witnesses of a particular event) in the form of their faces, names and contact data. Visual communication was at the forefront of the first action, while the second was a verbal means of expression. Since the first group image was a materialized result of a process, I wanted to create open potential in the second group image, from which an idea can then develop. Something that one could describe as an anchor for the future. To put myself and the participants in a situation in which we wait for a realization, to create an expectation and to initiate the beginning of a process of self-observation.

 

The year 2014 came to an end with this work.