M6

2011, Performance, Objekt

In einen Messingstab wird ein Gewinde geschnitten. Dabei werden Klänge erzeugt. Die Absicht, den akustischen Verlauf zu kontrollieren, trifft auf die Unberechenbarkeit der Eigenschaften des Materials. In diesem Moment wird meine Aufmerksamkeit auf die akustischen Signale konzentriert, ein Interpretationsprozess und eine Reaktion finden statt. Das Bewusstsein kontrolliert meinen Körper, mein Körper beeinflusst das Material, das Material erzeugt den Klang, der wiederum mein Bewusstsein beeinflusst. Es ist eine Rückkopplungsschleife, in der ich mich befinde. Meine Konzentration wird intensiviert, alles andere existiert nicht. Nach der Performance wird der Messingstab mit dem geschnittenen Gewinde, also die gespielte Partitur, in einen Behälter hinter Glas gelegt. Er ist der Informationsträger. Die geschnittenen Rillen bleiben als sichtbare Spuren der gespielten Klänge zurück, dienen aber nicht zur Wiedergabe. Um dies zu ermöglichen, wird ein ungeschnittener Stab gleicher Größe dem Behältnis beigefügt. Er ist ein Potentialträger, der den einmaligen Versuch bietet, das Stück selber zu schneiden.